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Zweiter Paris-Gipfel: Banken- und Finanzwelt setzt auf Klimaschutz-Investments

Wie lässt sich der Kampf gegen den Klimawandel finanzieren? Beim zweiten Gipfel in Paris Mitte Dezember fanden die Teilnehmer eine Lösung. Denn bei dem Spitzentreffen mit mehr als 4000 Teilnehmern saßen neben Staatschefs und Ministern auch Unternehmer und Investoren aus 130 Staaten zusammen, um den Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen.

Versöhnung zwischen Finanzwelt und Klimaschutz
Der Ko-Präsident des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker, sieht nach dem Gipfel den Versuch einer „Versöhnung zwischen Finanzwelt und Klimaschutz“. „Wenn über Nacht alle Buchwerte für Eigentum an fossilen Reserven auf Null reduziert würden, würde das eine rechnerische Wert-Vernichtung in der Größenordnung von bis zu 20 Billionen Dollar mit sich bringen“, sagte er der „Heilbronner Stimme“. 
 

Die Ergebnisse des Klimagipfels auf einen Blick

Weltbank
Die Weltbank will ab 2019 keine Projekte zur Förderung von Öl und Erdgas mehr zu fördern.

Entwicklungsbank
Die internationale Entwicklungsbank will ab 2018 die Treibhausgasemissionen der Projekte veröffentlichen, die sie im Energiebereich finanziert.

Private Banken
Auch private Banken wie die niederländische ING planen, ab 2025 nur noch Energieunternehmen mit geringem Anteil an Kohle zu finanzieren.

Fonds
Der Norwegische Pensionsfond Storebrand erhöht sein Portfolio für treibhausgasfreie Investitionen auf drei Mrd. US-Dollar.

Investoren
Mehr als hundert Investoren sagten zu, ihren Druck auf die weltweit größten Verursacher von Treibhausgas zu erhöhen; gemeint waren Firmen wie Coal India, Gazprom, Exxon oder China Petroleum & Chemical Corp.

Unternehmen
Mehr als 200 Firmen mit einem Gesamtwert von mehr als sechs Billionen US-Dollar versprachen, ihre CO2-Emissionen transparent zu machen.

EU
Die EU-Kommission prüft, wie sie Investitionen von Banken in erneuerbare Energie fördern kann. Im ersten Schritt könnten Kapitalauflagen für Investitionen wie in elektrische Autos vermindert werden.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Niederlanden
In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, die fünf Staaten verfolgen das Ziel einer Einführung eines CO2-Preises als ein effektives Mittel, um den Ausstieg der Weltwirtschaft aus fossilen Brennstoffen voranzutreiben, weil er etwa die Stromgewinnung aus Kohle teurer machen würde. Derzeit gibt es in der EU zwar einen Emissionshandel. Der CO2-Preis ist aber so gering, dass er kaum Auswirkungen hat.

Kanada, Chile, Peru, Mexiko u.a.
Mehrere amerikanische Staaten haben angekündigt, ein Emissionshandelssystem für Staaten in Nord- und Südamerika zu schaffen.

USA
Als Signal an Trump empfing Macron im Élysée-Palast eine Gruppe von Vertretern aus US-Wirtschaft und -Politik, die sich anders als der Präsident für den Klimaschutz einsetzen - darunter Microsoft-Gründer Bill Gates, der eine einflussreiche Stiftung unterhält, und den früheren New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der Uno-Sonderbeauftragter für Städte und Klima ist.

Quelle: Spiegel online vom 13.12.2017