Solarpark – die Baugenehmigung

Schritt 5 in der Projektentwicklung

Das „Go“ für den Ausbau solarer Energie: die Baugenehmigung

Im vorherigen Schritt haben wir das Bauleitplanverfahren besprochen, das die Genehmigung ebnet. Heute, in unserem letzten Interview unserer Serie „Blick in die Praxis: Ein Solarpark entsteht“ sprechen wir mit unserem Kollegen und Projektentwickler Louis Vogler über den Startschuss für die Umsetzung des Solarprojekts: die Baugenehmigung.

Wir klären, welche Aspekte für die Genehmigung wichtig sind und was den Unterschied bei Projekten auf privilegierten Flächen ausmacht.

Louis, wir haben schon viel über die verschiedenen Schritte in der Entwicklung eines Solarparks gesprochen. Nun sind wir bei der Baugenehmigung angekommen – der entscheidende Meilenstein im Prozess?

Louis Vogler: Zumindest ist die Genehmigung der finale Startschuss, um den Solarpark Realität werden zu lassen. Hierbei sei angemerkt, dass wir bis spätestens dahin auch Aspekte wie die Sicherung der Kabeltrasse, den Netzanschlussvertrag und die Finanzierung vollends geklärt haben. Mit der Genehmigung wird sichergestellt, dass alle rechtlichen, technischen und umweltbezogenen Anforderungen erfüllt sind und wir mit dem Bau loslegen können.

Kannst du uns durch den Prozess der Baugenehmigung führen?

Gerne! Zunächst stellen wir sicher, dass unser Bebauungsplan rechtskräftig ist. Der Bebauungsplan, abgekürzt B-Plan, ist das Herzstück unserer Planung. Er legt fest, wie das Grundstück genutzt werden darf und welche baulichen Maßnahmen erlaubt sind. Der Bebauungsplan selbst basiert in der Regel auf dem Flächennutzungsplan, dem sogenannten F-Plan. Dieser weist aus, ob die angedachte Projektfläche für die Umsetzung eines Solarparks genutzt werden darf oder nicht. Oft muss parallel zum Bebauungsplan auch der Flächennutzungsplan angepasst werden. Sobald der Gemeinderat den B- und F-Plan beschlossen haben, können wir die Baugenehmigung beantragen:

Wie sieht das Vorgehen beim Bauantrag bei privilegierten Flächen aus?

Privilegierte Flächen sind Gebiete, die aufgrund ihrer Lage oder Nutzungseigenschaften direkt für den Bau von Solarparks geeignet sind und keine Änderung des Flächennutzungsplans oder einen Bebauungsplan benötigen. Solche Flächen liegen häufig entlang von Autobahnen und Bahntrassen. Ist eine Fläche privilegiert, können wir direkt den Bauantrag stellen, was den Prozess erheblich beschleunigt.

Welche Unterlagen sind für den Bauantrag generell erforderlich?

Verschiedene Gutachten und Pläne müssen eingereicht werden. Dazu gehören unter anderem ein landschaftspflegerischer Begleitplan, ein Blendgutachten zur Emissionskontrolle und ein Brandschutzkonzept. Je nach Standort können auch Entwässerungskonzepte oder Bodengutachten erforderlich sein. Es ist sinnvoll, dass all diese Unterlagen bereits bei der Antragstellung vorliegen. Je gründlicher und vollständiger unsere Unterlagen sind, desto schneller kann der Genehmigungsprozess ablaufen. Sobald wir die Genehmigung in der Hand haben, können wir in die etwa sechsmonatige Bauphase gehen und den Solarpark zum Leben erwecken.

Vielen Dank, Louis, für die Einblicke in die verschiedenen Aspekte, die ausschlaggebend sind, um mit dem Bau einer PV-Freiflächenanlage zu starten.

 

Louis Vogler, reconcept Projektentwicklung Deutschland
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